Das war der What The Data!? 2016

11 Nov
2016

Das war der What The Data!? 2016

Vom 23. bis zum 25. September organisierte das Hamburger Industrie 4.0 Startup Cybus zusammen mit der HAW Hamburg und Dezera erstmalig Deutschlands größten Industrie-Hackathon „What The Data!?“ auf dem Technologiezentrum Energie-Campus der HAW Hamburg. Insgesamt 50 Teilnehmer entwickelten in zwölf Teams das ganze Wochenende über daten-basierte Geschäftsmodelle und Anwendungen unter Nutzung der auf dem Energie-Campus verfügbaren Anlagen. Darüber hinaus haben diverse Partner und Sponsoren zusätzliche technische Komponenten und Industriegeräte für den Hackathon bereitgestellt.

„Das Teilnehmer-Feld war dieses Jahr schon so abwechslungsreich, wie wir es eigentlich gar nicht erwartet haben. Es haben sich Schüler, Studenten und IT-Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen angemeldet. Vom Programmierer über den Elektrotechniker, bis hin zum Unternehmensberater war alles vertreten“, fasst Marius Schmeding, Organisator des Hackathons bei Cybus, zusammen. Am letzten Veranstaltungstag wurden durch eine Jury, bestehend aus Industrie 4.0- und Software-Experten von Partner-Unternehmen und Veranstaltern sowie Wissenschaftlern der HAW, die besten Ideen gewählt und mit Preisen im Wert von über 5.000 Euro belohnt.

Von KI-Assistentin bis zum „Capture The Flag“

Zu den Gewinnern zählte unter anderem das Team „R.E.D.“ von Klaus Pittig, Markus Ulsaß und Yves Schwarz, die auf Amazon Echos KI-Assistentin Alexa eine Lösung gebaut haben, die einem Mitarbeiter im Produktionsbetrieb nicht nur die jeweiligen Maschinen-Werte auf akustische Nachfrage ausliest, sondern diese auch direkt vorliest. Gedacht war die R.E.D.s Idee z.B. für die praktische Anwendung in Betrieben in Kombination mit einer Smartwatch, Rundführungen oder für Wartungsarbeiten an großen Anlagen.

Herausgestochen hat auch das Team „Coding Agents“ mit Nikolai Hlubek und Frank Dressel. Beide haben sich mit dem BMW i3 Elektroauto des Energie-Campus auseinandergesetzt. Dabei ging es um die Optimierung des Verbrauchs und Auflade-Vorgangs von Elektroautos. Ihre Idee zielte auf ein möglichst geldsparendes Aufladen ab, indem eigenproduzierter Strom durch eine Photovoltaik oder Elektrolyse genutzt wird, anstatt teuren Strom aus dem Netz zu beziehen. TeleThermis, ein Unternehmensteam bestehend aus Entwicklern von BOSCH mit Steffen Bohnhorst, Hermann Mertke, Marco Haase und Andres Zambrano, haben mit ihrer RFU-Lösung ebenfalls die Jury unter den Teilnehmer-Ideen überzeugt. Durch SICK-RFID-Scanner hat das Team gezielt eine ortsbezogene Datenvisualisierung mit integrierter Vorhersage entwickelt. Je nachdem vor welchem Gerät sich ein Mitarbeiter gerade befindet werden die Daten z.B. auf einem Tablet angezeigt. Aber auch die Laufrouten aufgezeichnet und Abfolgen erkannt, in dem ein Mitarbeiter Anlagen oder Maschinen kontrolliert, um die wichtigen Informationen dann entsprechend bereit halten zu können.

Michael Merz von PONTON und seine Kollegen haben sich als viertes Gewinner-Team mit dem Thema Blockchain für Energie-Handel beschäftigt. Ihre Lösung ermöglicht den Direkthandel von Energie. Durch eine dezentralisierte Energiehandelsplattform fällt somit der Strom-Händler zwischen Verbraucher und Strombörse oder Stromanbieter weg. Besonders interessant für Unternehmen als Groß-Verbraucher von Strom. Aber letztlich auch nicht ganz uninteressant für jeden Haushalt mit einer Solar-Anlage auf dem Dach. Ronja Güldenring, David Schmeding und Konstantin Möllers haben ein „Capture The Flag“ entwickelt. Die Idee dahinter: Die Teilnehmer haben an unterschiedlichen Positionen auf dem Energie-Campus mit einem individuellen RFID-Tag am Namensschild RFU-Reader von SICK „markiert“. Hat sich ein Teilnehmer in beispielsweise grünem T-Shirt am Kühlschrank aufgehalten, erstrahlte der Reader in grün. Das interaktive „Capture The Flag“ hat dem Team unter anderem jeweils ein Jahres-Abo des MAKE Magazin eingebracht.

Der diesjährige Austragungsort war die Forschungseinrichtung Technologiezentrum Energie-Campus der HAW Hamburg. Das als reaktives Energiegebäude betriebene Forschungszentrum der HAW beinhaltet diverse Energie-Anlagen, wie unter anderem eine Photovoltaik, Blockheizkraftwerk, Gasmischer und Methanisierungsanlage. Der Hackathon, veranstaltet von Cybus und Dezera in Kooperation mit den Kollegen des CC4E und C4DSI der HAW Hamburg, bot somit den Teilnehmern die einzigartige Möglichkeit Daten aus laufenden Energie-, Industrie- und Gebäudesystem zu nutzen, um gemeinsam innovative Ideen für zukunftsfähige Daten-Anwendung zu entwickeln.

Bereits jetzt möchte wir eine Wiederholung des Hackathons im nächsten Jahr ankündigen. Technisch und logistisch haben wir alle unsere Erwartungen erfüllen können. Viel wichtiger aber für uns war natürlich das anschließende Feedback der Teilnehmer. 2017 werden wir daher mit “What The Data!?” definitiv weitermachen!

Ein paar Fun Facts zum Hackathon:

  • Während der gesamten Veranstaltung lagen über 30.000 unterschiedliche Datenpunkte durch technische Anlagen, Gebäudetechnik und ‚Industrial IoT‘-Geräte vor
  • Über das Wochenende wurden über 40 Millionen einzelne Daten-Sets verarbeitet
  • Es kamen insgesamt kumuliert 700 Mann-Stunden Entwicklung und 32 kWh Rechenleistung zusammen
  • Der Konsum von Getränken lag bei 3kg Kaffee und 843 Flaschen (ca. 293 Liter)

Hier das Recap-Video zum What The Data!? Hackathon 2016